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42. Blitzturnier in Geschwenda
Während der Anreise mit Marcus
bekamen wir an diesen Freitagmorgen den Eindruck, als würden wir
durch verschiedene Klimazonen fahren: Nach einem Tunnel war die Sonne
weg, und plötzlich befanden wir uns in der Winterlandschaft des
thüringer Waldes. Nach einer rutschigen Zitterpartie auf den letzten
Metern nahm uns Uli in einer Gaststätte am Sportplatz in Empfang,
der einen Tag zuvor bereits angereist war und diese Gelegenheit zum
Wiedersehen alter Freunde nutzte.
Auf Grund des seit Jahren anhaltenden Zuspruchs, es fanden sich fast
60 Spieler ein, wurden die Spiele in 4 Vorrunden und 4 Finalrunden aufgeteilt,
die zum Teil in Räumlichkeiten des angrenzenden Sportplatzes ausgefochten
wurden.
Marcus, startend in Gruppe 5, konnte sich nach recht turbulentem Spielverlauf,
er steckte gewohnt unbedarft Figuren ins Geschäft und gewann am
Ende dennoch, einen guten Platz im vorderen Feld sichern, und qualifizierte
sich somit für das B-Finale. Uli, der wie ich am Sportplatz spielte,
war mit seinen Ergebnissen in der Gruppe 3 anfangs nicht wirklich zufrieden,
dennoch konnte er sich mit 5,5 Punkten souverän für das C-Finale
qualifizieren, was mindestens einen sicheren Platz 30 bedeutete. Ich
selbst fing nach einem guten Start sogar an, mit dem A-Finale zu liebäugeln,
doch dann holte mich die Wirklichkeit gnadenlos ein: Nach einigen verpatzten
Partien, kam ich dennoch auf 5,5 Punkte, was doch zumindest einen Platz
im C-Finale sichern sollte. Doch da wusste ich noch nicht, dass 3 Spieler
6,5 und 3 weitere 5,5 Punkte erzielten. Da sich 2 Spieler sicher für
das A-Finale qualifizierten, bedeutete es, dass 2 der Spieler mit 6,5
Punkten ins B-Finale einzogen und der 3. ins C-Finale. So blieb für
die 5,5er Truppe nur 1 Platz für das C-Finale, und nach dem Stechen
fand ich mich in Gruppe D wieder.
Marcus fand sich bei den Finalbegegnungen in patenter Gesellschaft wieder,
nicht wenige Spieler in Gruppe B waren 2000er. Dennoch errang er einen
guten Mittelplatz; in der Gesamtwertung fand er sich somit zwischen
Platz 14 und 16 von fast 60 Spielern wieder(genauer weiß ich es
leider nicht mehr). Uli kam in Gruppe C dann so richtig in Fahrt, und
schrammte knapp am 1. Platz vorbei. Auch wenn er sich ein wenig ärgerte,
ist ein 21. Platz in der Gesamtwertung doch recht beachtlich. Ich selbst,
naja… Wenn einmal die Luft raus ist, geht einfach nichts mehr,
egal wie sehr man sich bemüht. Dieses Gefühl, vergleichbar
mit Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen, kennt sicher fast
jeder Schachspieler.
Die abschließende Siegerehrung krönte das unbefangene und
sehr gelungene Turnier. Außer für die erstplatzierten, sie
bekamen den obligatorischen Briefumschlag, winken für die jeweiligen
ersten drei einer Gruppe Preise, die zum Teil praktisch und zum Teil
eher dekorativ orientiert waren, wie z.B. eine Wasserwaage, Vase, Wasserkocher
usw., wovon sich Uli für seinen 2. Platz in Gruppe C ein Glasschachbrett
nahm. Es war in gesamt ein Turnier, das Freude auf das nächst Jahr
macht.
Andreas Hüllenhagen
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