Als sich die Spieler der 2. Mannschaft auf dem August-Bebel-Platz am Sonntagmorgen trafen, war ihnen absolut bewusst, dass es um alles geht. Ein Sieg gegen Heiligenstadt war zwingend notwendig, um den Klassenerhalt in der Bezirksliga Nord zu schaffen. Als letzte Mannschaft in der Tabelle hatten die Nordhäuser nichts mehr zu verlieren. So konnte man befreit auf Gewinn spielen, ohne den Druck zu haben, den Spatz in der Hand zu verspielen, wenn man ein Remis ablehnt oder vielleicht der aggressiveren Variante den Vorzug gibt. Es gab nur eine Richtung – nach vorn.
Zunächst traten wir in Heiligenstadt am Rande des Stadions mit nur sieben Spielern an, da Ralf Peter nachkam. Mit kleinen, müden Augen gezeichnet, trat er seinem Gegner erst 9.45 Uhr entgegen, also eine dreiviertel Stunde später. Dennoch war er einer der ersten, die fertig waren, und fuhr sogar den vollen Punkt ein. Bangen musste jedoch Hartmut Viererbe, der, was selten vorkam, von seinem Gegner überrumpelt wurde. Doch er hielt dem Druck stand, wenn auch unter Mithilfe seines Gegners, dem eine Unachtsamkeit unterlief, und erreichte den sicheren Remishafen. Andreas Montag übte auf seinem Gegner massiven Druck aus, besser gesagt, auf dessen König. Durch ein zwischenzeitliches Opfer, das Andreas übersah, konnte sein Gegner kontern. Aber Andreas hielt eisern an den noch verbliebenen Vorteil fest und hatte letztendlich ein Endspiel mit Läufer für vier Bauern vor sich. Geschickt zwang er die Bauern in die Blockade, und konnte Stück für Stück seinen Vorteil zum Sieg ausbauen. Ich selbst spielte am ersten Brett eine eher ruhigere Partie, bedingt durch die Friedfertigkeit meines Gegners, der übersichtliche Stellungen und Abtausch von Figuren forcierte. So entstand ein Endspiel mit jeweils zwei Türmen und einer Leichtfigur in geschlossener Stellung. Zähes Ringen und die Suche nach der Lücke, besser gesagt, nach einem Plan, dominierten das Geschehen. Als ich endlich die Lücke fand, half mein Gegner durch eine Ungenauigkeit nach, ein kleiner Vorteil, den ich ausbauen und in einen Sieg ummünzen konnte. Weitere Remise erspielten Andreas Müller, Klaus Moritz und Frank Neuenfeld. Insgesamt erkämpften wir mit 5:3 Punkten den Sieg, den wir bitternötig brauchten.Die Freude war groß, auch wenn wir noch nicht genau wussten, welchen Tabellenplatz uns der Sieg einbringen würde. Im ungünstigsten Fall hätten wir nur eine Mannschaft hinter uns, im günstigsten gleich vier. So eng und dadurch heiß umkämpft ging es am Tabellenende zu. Letztendlich, wie ein Blick in die Ergebnisse der anderen Mannschaften ergab, konnten wir drei Mannschaften hinter uns lassen. Die Herausforderung, kurz vor Toresschluss den Klassenerhalt zu schaffen, war gemeistert!

A.Hüllenhagen

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