Oldisleben, 25.10.2009

Kampf der Giganten

Landesklasse West

Im Gleichschritt haben Barchfeld/Breitungen und Nordhausen Mitfavorit Meiningen weggeputzt. Wer soll da noch Paroli bieten? Also – gespannt sein auf das Duell gegeneinander. Und das stand in der 3. Runde nun schon an.

Nordhausen stellte das derzeit bestmöglichste Aufgebot zusammen was machbar war. Als Ersatzspieler sollte diesmal mit Andreas Montag nichts anbrennen. Barchfeld/Breitungen selber hatten sich unsere Taktik gegen Meiningen vorigen Jahres abgeguckt. Ihr Spitzenspieler Hausknecht konnte nicht spielen – also ließ man das 1. Brett frei nach dem Motto – was Nordhausen gegen Meiningen konnte, das können wir mit denen auch machen.
Schade für unseren Top-Spieler – aber wir führten damit frühzeitig schon 1:0.
Und dann ging man zur Sache. 7 Bretter – 7 Duelle, die unterschiedlicher nicht verlaufen konnten.
Dies mal der Reihe nach.
Brett 2 – unser Analyst und Vorbereiter per Exzellenz. Andreas Kuntze wollte gewinnen. Aber auch Uwe Rommel von Barchfeld hatte das gleiche Ziel. In einer holländischen Variante wurde beiderseitiges Wissen und Können gefordert. Lange stand es ausgeglichen, ehe im Endspiel die Waage sich etwas zu Andreas neigte. Aber mehr leider auch nicht. Trotz Figurenopfer – der Gegner machte keinen Fehler. Schweren Herzens – Remis.
Brett 3 – unsere Lady Varvara gegen Jungsporn Marco Geißhirt. Je länger die Partie dauerte – umso freudiger wurde einem ums Herz. Positionell wunderbar in die Enge getrieben – ja – sogar 2 Bauern gewonnen. Was willst du mehr? Fehlte nur noch „den Sack zu zumachen“. Und da fing die Tragik an. Irgendwie wollte alles nicht so Recht gelingen. Der Vorteil ging weg – und man hatte ein Turmendspiel – zwar mit Plusbauern, 4 gegen 3– aber nicht mehr gewinnbar. 5 Stunden gekämpft bis zum 90. Zug.
Brett 4 – unser Senior Rolf Schilling. Gegner Lutz Reum sollte keinen geruhsamen Tag
bekommen. Rolf setzte seinen Gegner stetig und kontinuierlich unter Druck. Offenen Linien und Königsangriff. Optimistisch schätzten wir diese Partie als gewonnen für uns ein. Ja – wenn das Rolf auch so gesehen hätte. Irgendwie war da so ein blödes Luftloch – zum Dauerschach.
Echt schade! Klasse Partie – fehlte eben nur noch der Sargdeckel!
Brett 5 – Marcus’ „Heißsporn“ gegen Crivellaro „Abgeklärtheit“ . Eröffnungsmäßig startete Marcus recht solide. Nach seiner Einschätzung – ich stehe besser. So was gibt Mut und Sicherheit. Wenn man sich davon nicht blenden lässt. Aber Schach kann eben schlagartig ins Gegenteil mutieren.
Marcus will einen Bauern gewinnen – und der Gegner kontert. Schadensbegrenzung! Aber wie?
Eigentlich ist die Partie mit plötzlich 2 Minusbauern weg. Dachten wir. Der Gegner wähnte sich schon als Sieger – und griff fehl. Markus bekam die „2. Luft“ und griff an. Plötzlich chancenlos musste erst die Dame gegeben werden und dann die Partie. Die Verwertung des Materials– Dame gegen Turm und Läufer hat Marcus akkurat umgesetzt. 1:0
Brett 6 – Koksch gegen Heß. Viel war an Vorbereitung nicht möglich, da es vom Gegner einfach „fast“ keine Partien gab. Das was da war entsprach weder dem was ich spielte noch war es aufschlussreich. Einzig die Tatsache, dass es positionell und eventuell taktische Schwachpunkte beim Gegner geben könnte. Also – etwas ungewöhnliche Aufstellung bei Damengambit gewählt und der Gegner spielte brav in Demut mit. Nach und nach bekam Robert positionelles Oberwasser. Lange hat’s gedauert, aber der geplante Bauerngewinn stellte sich nur auf kurze Dauer ein. Aber das war dann doch von Vorteil! Der Gegner darum bemüht das materielle Gleichgewicht wieder her zu stellen musste mit einem Königsangriff vorlieb nehmen. Und das kostete ihm nicht nur Zeit – nein sogar entscheidendes Material. Sieg. 1:0
Brett 7 – Mannschaftsleiter Ulli. Mit stoischer Ruhe zelebrierte er die Theorievariante runter. Der Gegner sichtlich konstagniert. Um nicht zu verlieren – willigte er in das Remis ein.
Brett 8 – Ersatzmann Andreas Montag. Eigentlich solide und sicher. Aber heute war es nicht sein Tag. Und dann noch einen Nebenvariante im Slawen auf dem Brett. Irgendwie wollte und sollte nichts gelingen. Am Ende tat die Niederlage vor allem Andreas weh! 0:1

Aber – Trost gab es genug von den Mannschaftsmitgliedern. Das Gigantenduell konnte Nordhausen mit 5:3 für sich entscheiden. Damit bleibt das Ziel AUFSTIEG realistisch.
Nächster Gegner ist die Zweite aus Suhl.


Bezirksliga Nord

Sind doch Kreisderbys schön. Friedrichstahl gegen Nordhausen 2.
Und das 4:4 war logischer als man glaubt.
Die Luft nach „unten“ wird für Nordhausen damit auch größer!


Robert Koksch
C-Trainer
Spielleiter SC 51 Nordhausen