Oldisleben, 25.10.2009

Der Glaube stirbt zu letzt

Nachdem sich die erste Euphorie und Enttäuschungen gelegt hatten, hieß es am 25. Oktober Farbe zu bekennen. Am Trainingsmittwoch wurden daher die Aufstellungen der Mannschaften für den 2. Spieltag akribisch geplant.

Zu den Mannschaften…

Landesklasse West

Kein Geringerer als der Mitfavorit Meiningen stand als Gegner an. Noch dazu auswärts mit immerhin fast 3 Stunden Fahrzeit. Nachdem der Kleinbus des Sponsors, Autohaus Bahlmann, auch noch ausfiel, musste alles neu gemanagt werden. Diese Aufgabe lösten Hartmut Viererbe und Robert Koksch mit ihren jeweiligen PKW.
In Meiningen selber wurden wir relativ kühl empfangen. Die Strafe aus der vorigen Saison hat man uns wohl übel genommen. Aber – waren ja selber Schuld – nämlich uneinsichtig – damals.
Meiningen hatte fast alles an Deck was zu einem Spitzenspiel gehörte. Stammaufstellung mit Großmeister Pähtz und Kaderspieler Sebastian Hocke. Einzig der Sohn des GM Pähtz, Thomas Pähtz junior konnte nicht am Wettkampf teilnehmen. Nordhausen kam in der derzeit besten Aufstellung zu dem Showdown. Als Ersatz spielte diesmal der erfahrenen LK-Spieler Hartmut Viererbe am Brett 8.
Überraschung war dann doch die Aufstellung von Meiningen, dass man das Brett 1 frei lies.
Für Ferenc leider traurig, hatte er sich doch auf ein Match gegen seinen ehemaligen Trainer gefreut. Aber der spielt eben an Brett 2 und dessen Sohn an Brett 1. Damit führte Nordhausen 1:0 durch diesen kampflosen Punkt. An den Brettern entwickelten bei allen kämpferische Stellungen. Meiningen wollte nicht nur ausgleichen – sondern siegen. Und gerade unser Urgestein, Hartmut Viererbe, der am kommenden Freitag seinen 70. Geburtstag feiern wird, erwischte es eiskalt. Ob er noch nicht wieder ganz genesen war – jedenfalls spielte er sehr schnell, verlor einen Bauern und dann auch noch die Partie. Das passte gar nicht in das Konzept von Nordhausen. Hartmut war immer eine Bank. Damit stand es 1:1. Und der Großmeister Pähtz nutzt eine kleine Ungenauigkeit seines Gegners, Andreas Kuntze, gnadenlos aus. Da half selbst der beste Kampfgeist nicht mehr.
Andreas streckte die Waffen. An den verbliebenen Brettern konnte Varvara Anisheva (Brett 3) und Marcus Königsmann (Brett 5) mit besserer Stellung überzeugen. Rolf Schilling (Brett 4) sah sich einem wütenden Angriff gegenüber. Robert Koksch (Brett 6) besaß vielleicht leichten Vorteil und bei Ulli am Brett 7 stand es ausgeglichen Neue Kraft schöpfte Nordhausen durch den dann doch schnellen Sieg von Varvara, die ihren Stellungsvorteil sicher verwertete. Auch Marcus zwang seine Gegner durch Bauernsturm und Mattangriff in die Knie. Nordhausen führte 3:2. Aber Rolf sollte alles noch mal offen gestalten – unfreiwillig. In beidseitiger Zeitnot griff er fehl und musste nach großartigem Kampf als Verlierer vom Brett gehen.
Damit stand es 3:3. Und Dramatik war immer noch angesagt. Durch geschickte Umgruppierung bereitete Robert (Brett 6) den entscheidenden Angriffs- und Befreiungsschlag vor. Und alles war gerechnet, der Gegner schon in Zeitnot und dann das Malheur. Ausgerechnet der Zug, der die Partie zu Gunsten von Nordhausen entscheiden sollte – war ein Fehlzug. Weiß konterte sofort – und Robert hatte nicht nur plötzlich die schlechtere Stellung – auch noch einen Bauern weniger. Hier griff er zu taktischen Mitteln, indem er das Spiel kompliziert hielt und den Gegner dadurch noch mehr in Zeitnot brachte. Den Angriff von Robert dazu Zeitnot, sein Gegner war überfordert und stellte nicht nur eine Figur ein, sondern kurze Zeit darauf die Partie, Nordhausen führte 4:3. Und unser Mannschaftskapitän Ulli Reichardt musste es nun richten. Ein halber Zähler noch zum Mannschaftssieg. Auch hier – Kampfstellung und Zeitnot – und Ulli hat einen Bauern mehr. Aber ausschlaggebend war dann doch die dreimalige Zugwiederholung auf einen gegnerischen Bauern. Um diesen nicht auch noch zu verlieren willigte der Gegner knurrend in das Remisangebot ein. Wir hatten gewonnen!!!

Bezirksliga Nord

Was wenn der nicht kommt und der ausfällt? Soviel Pessimismus tut schon weh. Ja – wir spielen dann gegen Aufstiegsanwärter Dingelstädt – da können wir nicht gewinnen. Aber - so kann man nicht an einen Wettkampf gehen, da hat man gleich verloren – und der Gegner kocht auch nur mit Wasser! Vielleicht hat der letzte Satzteil am Mittwochabend dazu geführt, dass man sich auf das Spiel und nicht auf das was-wäre-wenn konzentriert hat. Nordhausen 2 konnte fast in Stamm spielen. Für Hartmut Viererbe (1. Mannschaft) kam erstmals Jürgen Kiesewetter zum Einsatz.
Zu den einzelnen Spielen:
Andreas Hüllenhagen und Ralf Peter konnten gegen die Favoriten lange Zeit mithalten. Am Ende mussten sie aber die Überlegenheit der Gegner doch anerkennen. Virgil Curea befindet sich im „zweiten Frühling“. Egal wer da sitzt – er wird besiegt. Tolle Leistung. Jede Serie geht aber auch mal zu Ende. Klaus Göbel kann das schon nicht mehr hören. 7 Spiele in Folge ohne Punkt! Und heute hat er den Bock umgestoßen. Und dass auch noch Dingelstädt!!!! SIEG! Was wäre die Zweite Garde von Nordhausen ohne Andreas Müller. Es zahlt sich nun immer mehr die strategische Aufstellung von ihm, im hinteren Mannschaftsteil, aus.
Geduld, Ehrgeiz, Siegenwillen – eine begnadete Eigenschaft. Andreas hat all das umgesetzt und sich den Sieg damit schwer, aber wohlverdient, erarbeitet.
Klaus Moritz, Heinz-Jürgen Schmidt und Eratzspieler Jürgen Kiesewetter ließen es vorsichtig angehen. Mal sehen was kommt. Nichts! Damit sichere Remise.
Das grandiose damit ist – Nordhausens Zweite hat den „Ligariesen“ Dingelstädt mit 4,5:3,5 besiegt! Gratulation! Glückwunsch an die gesamte Mannschaft!

Kreisunion Nord

Schade dass hier, trotz Einweisung der Mannschaftsleiter, mir kein Spielergebnis vorliegt.
Vom Staffelleiter liegt das Ergebnis vor: Bickenriede II – Nordhausen 3 2,5:3,5!
Auch hier ein Sieg von Nordhausen.

FAZIT

Drei enorm wichtige Mannschaftssiege – einmal in Richtung Aufstieg (1. Mannschaft) und Klassenerhalt (2. und 3. Mannschaft). Und wenn jeder die Ziele vor Augen behält und daran glaubt – dann ist man Unschlagbar!!
Alle Nordhäuser Mannschaften gewonnen – was will man da mehr?

Robert Koksch
C-Trainer
Spielleiter SC 51 Nordhausen