Licht und Schatten
Die neue Saison 2009/2010 hat endlich begonnen und die gemeldeten
Mannschaften des SC 51 Nordhausen sind mit guten Vorsätzen angetreten.
Nach dem heutigen 1. Spieltag muss nüchtern festgestellt werden,
dass weniger Licht und mehr Schatten da waren wie mancher es gerne
gesehen hätte.
Zu den Mannschaften...
Landesklasse West
Zugpferd ist und bleibt die 1. Mannschaft. In der zweithöchsten
Thüringer Spielklasse stand diesmal zum wiederholten Male das
Ziel: Aufstieg in die Thüringenliga
Dazu konnten wir mit Ferenc Langheinrich einen erfahrenen Oberligaspieler
als Verstärkung gewinnen. Natürlich ist der Abgang von Andreas
Feigel auch nicht „ohne“.
Zum Auftakt kam der Wieder Aufsteiger SC Leinefelde nach Nordhausen.
Man kennt sich persönlich sehr gut und hoffte, dass es ein freundschaftlich
„lockeres“ Match wird.
Aber es sollte anders kommen wie man denkt.
Am Brett 6 konnte Robert Koksch seine Stellung nicht zum Sieg ausbauen
und musste daher in das Remis wohl oder übel einwilligen. Beim
Rundgang um die Bretter war nicht immer erfreuliches für Nordhausen
zu sehen. Brett 5 Marcus Königsmann stand mehr recht wie schlecht
– vielleicht gab es auch versteckte Gewinnmöglichkeiten
für ihn. Aber das Risiko war zu groß und man einigte sich
auf Remis. Brett 1 – Ferenc Langheinrich - oh Hilfe. Total auf
Verlust und es trat auch ein. Nordhausen war geschockt. Nun raffte
man sich auf um den Spieß umdrehen zu können. Voran ging
Brett 7 der Mannschaftskapitän, der in einer unbequemen Stellung
Remis sicherte. Dann folgte Ersatzspieler Andreas Montag an Brett
8. Sein Gegner strebte Gegenspiel an und wurde von Andreas im Läuferendspiel
gezwungen die Waffen zu strecken. Damit glich Nordhausen aus. Überraschend
schnell ging dann Brett 3 plötzlich zu Ende. Varvara Anisheva
gab den Turm für zwei Leichtfiguren. Mit 2 Läufern und Mehrbauer
gegen Turm kam dann schnell das Ende für den Gegner. Aber das
war noch zu toppen. Am Brett 2 befanden sich beide Spieler in Zeitnot.
Und wenn man für 14 Züge nur noch 4 Minuten hat –
komplizierte Stellung und „Action“ auf dem Brett –
da möchte man nicht in der Haut der Spieler stecken. Und die
Zeitnot ließ den Leinefelder Spieler fehl greifen. Statt eines
„kleinen“ Schachs wollte er einen Turm gewinnen.
Plötzlich opferte Andreas Kuntze die Dame um entscheidenden Mattangriff
zu bekommen. Und nachdem einige Revancheschachs ergebnislos verliefen
kapitulierte endlich sein Gegner. Gegen das Matt gab es keine Chance
mehr. Nordhausen hatte endlich die dringend benötigten Punkte
für den Mannschaftssieg. Rolf Schilling am Brett 4 kämpfte
bis zum Schluss. Der Mehrbauer für ihn sollte aber auf Grund
von Dauerschach nicht mehr zum Sieg gereichen. Also Remis.
Im Endeffekt konnte damit ein 5:3 Sieg eingefahren werden. Und die
Leinefelder können gewiss
sein, dass sie dieses Jahr nicht wieder absteigen wenn sie weiter
so beherzt spielen.
Am nächsten Spieltag geht es zum Mitfavoriten Meiningen. Auf
das Duell zwischen Großmeister Pähtz und seinem ehemaligen
Schüler Ferenc Langheinrich darf man gespannt sein.
Bezirksliga Nord
Nachdem die 2. Mannschaft vorige Saison knapp den Abstieg entging
sollte diesmal ein gesicherter Mittelfeldplatz angestrebt werden.
Die Mannschaft wurde umgebaut, um mehr Stabilität hinein zu bekommen.
Gegner war heute Heiligenstadt. Das Duell hatte voriges Jahr mit Sieg
für Nordhausen und Klassenerhalt geendet. Die Karten wurden neu
gemischt.
Nordhausen musste krankheitshalber auf Hartmut Viererbe verzichten.
Dafür rückte Klaus Wauer ins Team.
Aber – obwohl eigentlich in Stamm, konnte der Ausfall von Hartmut
nicht kompensiert werden. Ralf Peter hielt am 2. Brett lange und gut
mit. Die leicht bessere Stellung war aber nicht zu gewinnen –
Remis. Andreas Hüllenhagen konnte gegen das neue Nummer 1 Brett
von Heiligenstadt nicht bestehen und verlor. Auch wenn der strategische
Schachzug, Andreas Müller an Brett 6 zu melden, aufging, sein
Sieg blieb leider der einzige! Da auch noch Klaus Göbel und Klaus
Moritz verloren, war die Niederlage nicht mehr abzuwenden. Es ist
aber bemerkenswert, das sowohl Klaus Wauer wie auch Heinz-Jürgen
Schmidt ihre Partien remis gestalten konnten. Sie sind nicht gerade
die „Jüngsten“ von Nordhausen .
Beachtenswert ist auch das Unendschieden von Virgil Curea, der erstmals
an Brett 3 spielen musste.
Resümee: Gut gekämpft und zu wenig erreicht. Aber das kann
nur besser werden.
Kreisunion
Die 3. Mannschaft hatte keinen Druck irgend etwas reißen zu
müssen. Ziel war eine vordere Platzierung in der Staffel.
Aber so nicht!!!
Trotz zweier guten Ersatzspieler – das Spiel wurde verloren,
weil der Mannschaftskapitän seine Pflichten nicht erfüllt
hat. Er war terminlich verhindert – was bekannt war und Ersatzspieler
wurde organisiert vom Spielleiter. Aber als Mannschaftskapitän
muss ich trotzdem meine Leute informieren, wann und wo gespielt wird.
So kam es, dass einer daher zu Hause war und auf Grund Desinformation
nicht mehr zum Spiellokal kommen konnte. Kamploser Punktverlust!!!
Für Nordhausen. Und Christopher Keißner wurde nicht informiert.
Jeder verließ sich drauf, dass alles geregelt war – aber
war nicht.
Zum Spiel selber.
Senior Horst Müller musste Brett 1 spielen. Ruhig und gekonnt
wehrte er die Angriffe des Gegners ab. Das Endspiel hätten mache
jüngerer weiter gespielt – aber hier einigten sich beide
Spieler auf Remis. Sehr gute Partie und Leistung vom Senior Horst
Müller!
Torsten Hentrich am Brett 3 stand lange unter Druck. Aber der Bauergewinn
verleitete doch zu sehr auf Sieg zu spielen. Der Gegner drang in seine
Stellung ein – und gewann! Schade!
Was wäre Nordhausen ohne Jürgen Kiesewetter. Die Ruhe selbst
und den Gegner jederzeit fest im Griff. Auf Jürgen kann man eben
zählen. Er holt seine Punkte. Wie auch heute.
Brett 5 – leider fehlte da der Nordhäuser Spieler wie oben
schon beschrieben. Kampflos an den Gegner. Das tut weh.
Am letzten Brett spielte erstmals unser Neuzugang Rolf Stättler.
Das er nicht gewonnen hatte – obwohl die Stellung viel versprechend
war lag nicht am schachlichen Können sondern an einer geistigen
Hemmschwelle. Sich selbst unter Druck zu setzen – ja nicht verlieren.
Das wirkte sich lähmend aus. Das Remis war mehr ein Geschenk
an den Gegner. Aber – beim nächsten Mal gibt es keine Geschenke.
Letztendlich verlor man mit 2:4 gegen den TSV Großbodungen.
Es kann – und muss hier nur besser werden.
Robert Koksch
C-Trainer
Spielleiter SC 51 Nordhausen